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Digitalisierung im Tourismus in Ostbayern

Pressemitteilung 25.02.2021;

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Digitalisierungskonferenz des Tourismusverbandes Ostbayern

Welche digitale Strategie verfolgt man im Bayerntourismus? Welche digitalen Bausteine werden gerade im Ostbayerntourismus umgesetzt? In der zweiten Digitalisierungskonferenz des Tourismusverbandes Ostbayern, die virtuell stattfand, haben sich über 200 Teilnehmer zugeschaltet, um sich über die neuesten digitalen Trends, Projekte und die bayernweite Strategie zu informieren.

„Digitalisierung ist ein extrem dynamischer Prozess. Wir sind sehr gut aufgestellt, aber auch fortlaufend lernend und müssen uns den Anforderungen der digitalen Entwicklung stellen“, so startet Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO), die Digitalisierungskonferenz, zu der alle ostbayerischen Gastgeber, Anbieter und Touristiker eingeladen waren.

Präsidentin TVO; Landrätin Rita Röhrl

Die Präsidentin des TVO, Landrätin Rita Röhrl, hat sich für ihr Grußwort ebenso wie alle anderen Referenten, online zugeschaltet und begrüßt die Initiative, die digitalen Komponenten und die weiteren Ziele zusammengefasst in einer Konferenz darzustellen: „So kann sich jeder das nötige Grundwissen kompakt aneignen.“ Dass der Ausbau der digitalen Welt die analoge Welt nicht ablöse, stellt Braun deutlich heraus: „Unsere Gäste stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, dafür brauchen wir leistungsfähige Plattformen und Instrumente sowie ein gutes Netzwerk im Tourismus auf allen Ebenen.“

BayernCloud, Ausflugsticker, Kompetenzstelle Digitalisierung

Ministerialrätin Marion Appold vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie spricht über die bayerische Digitalisierungsstrategie. Die BayernCloud, eine Datendrehscheibe für den Tourismus, soll die digitale Grundlage für die tägliche Arbeit liefern. „Die Daten müssen fließen und eine durchgängige, offene digitale Datenstruktur ermöglichen“, so Appold. Die Kompetenzstelle Digitalisierung, eine neue Abteilung der Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.TM), die im Mai in Waldkirchen ihre Arbeit aufnehmen wird, wird sich unter anderem der Umsetzung der BayernCloud annehmen.

Wolfgang Wagner, Bayern Tourismus Marketing GmbH

Wolfgang Wagner, Prokurist by.TM

„Die digitale Welt ist gekommen, um zu bleiben“, sagt Wolfgang Wagner, Prokurist der byTM, „92 Prozent der deutschen Haushalte nutzen das Internet. Corona kann man in der digitalen Entwicklung als Chance begreifen. Der Anspruch an digitale Nutzungen ist höher geworden – im privaten wie im geschäftlichen Bereich.“ Dabei stellt er heraus, dass sich Digitalisierung nicht selbst genüge. Digitalisierung sei ein Mittel zum Zweck, um Probleme zu lösen.

Im Tourismus sollen damit Prozesse und Abläufe erleichtert werden. Buchungen zu tätigen, passgenaue Angebote oder Informationen zu finden, sind Beispiele dafür. Der bayernweite Ausflugsticker ist ein Serviceangebot, das es schon gibt, das aber noch weiterentwickelt wird. Aktuelle Meldungen informieren, wenn Wege gesperrt oder Parkplätze bereits voll sind. Ergänzt wird der Service um alternative Ausflugsziele. „So wollen wir Tagesausflüglern auf digitalem Weg eine Hilfe an die Hand geben, einen entspannenden und sorgenfreien Tag zu erleben“, so Wagner.

Virtuelle Konferenz

Virtuelle Konferenz

Ein weiteres großes, bayernweites Projekt sei die BayernCloud. Man warte auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts, das kurz vor dem Abschluss stehe.

Dieses beschäftigt sich mit der Frage, wie touristische Daten, Anwendungen und Services einheitlich zugänglich gemacht werden können. Welche Grundlagen und Infrastruktur man dafür benötigt, aber auch wie die Datensicherheit gewährleistet werden kann.

Die neue Kompetenzstelle Digitalisierung der by.TM wird die vernetzte Erfassung, Aktualisierung und Bereitstellung relevanter touristischer Daten im Rahmen der BayernCloud umsetzen. Markus Garnitz ist der neue Leiter der Kompetenzstelle in Waldkirchen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker ist gebürtiger Waldkirchener und kehrt nun aus München in seine Heimat zurück. Ihm sei es wichtig, die BayernCloud als lebendes Produkt und als modulares System zu entwickeln, das stetig mit neuen Anwendungen und Ideen ausgebaut werden könne, erläutert er in seiner persönlichen Vorstellung via virtueller Zuschaltung.

Digitale Sichtbarkeit und Nutzen schaffen

Blick auf Straubing„Trotz der fünf Monate Lockdown konnte 2020 in der Onlinebuchung ein annähernd hoher vermittelter Umsatz erreicht werden, wie im Jahr 2019. Das zeigt, wie wichtig die Onlinebuchbarkeit von Betrieben ist“, erklärt Braun. Magdalena Lexa von der OnlineBuchungService GmbH bestätigt dies gerade im Hinblick darauf, dass über 70 Prozent der Kurzurlaubsreisen von zwei bis vier Tagen kurzfristig online gebucht werden. 60 Prozent der Betriebe in Ostbayern seien derzeit online buchbar. Dieser Digitalisierungsstand sei deutlich höher als in anderen deutschen Urlaubsgebieten, zeigt Lexa den erfolgreichen Weg auf.

Mit digitalem Marketing könne man Inhalte mit Mehrwert bieten und zudem auf allen relevanten digitalen Kanälen und Berührungspunkten bei den potentiellen Gästen präsent sein. Das steigert die Bekanntheit und das Image. Welche digitalen Dienstleistungen erfolgversprechend laufen, welche Möglichkeiten der Beteiligung es gibt und wie das Datenmanagement im ostbayerischen Tourismus strukturiert ist, darüber referiert Christine Waldhier von der Ostbayern Tourismusmarketing GmbH. „Vernetzung ist überlebensnotwendig“, wirbt sie für die intensive Nutzung des Partnernets des TVO unter partner.ostbayern-tourismus.de.

In seinem Fachvortrag stellt Dr. Stefan Mang von CenTouris Passau das Projekt Digitour vor, in dem der von außen wahrnehmbare Digitalisierungsgrad von Beherbergungsbetrieben untersucht wurde. Die Ergebnisse werden aktuell den Landkreisen vorgestellt und mit praxisnahem Handlungsbedarf untermauert. Parallel dazu laufen bereits jetzt viele unterstützende Maßnahmen, über die Digitalcoach Julia Lohwasser informiert.

In einem neuen Projekt des TVO werden jetzt auch Erlebnisse digital buchbar gemacht. Projektleiterin Elena Forster betont den Zusatznutzen für die Gäste, wenn sie Erlebnisse vorab buchen können: „So können wir die Zufriedenheit unserer Gäste steigern.“

Mit der Pilotregion Oberpfälzer Wald starte man nun mit einer Full-Service-Lösung, jedoch könne sich jeder Erlebnisanbieter, der sich interessiert, bereits anschließen.

Innovativer Tourismus

Der TVO fördert seit Jahren die digitale Entwicklung und ist in der Onlinebuchung deutschlandweit führend. Vorstand Braun legt dabei ein großes Augenmerk auf kleine und mittlere Betriebe und auf praxisnahe Systeme. Sie sollen den Tourismus im ländlichen Bereich nicht nur überlebensfähig machen, sondern vor allem die Möglichkeit bieten, sich zu entfalten. „Innovative Produkte können nur entwickelt werden, wenn wir auch die nötigen Mittel dazu haben. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich beim Bayerischen Wirtschaftsministerium für die finanzielle Unterstützung. Gemeinsam sind wir stark“, schließt Braun die Veranstaltung.

Alle Präsentationen stehen auf der Wissensplattform des PartnerNets zur Verfügung.

Beitragsbild: Dr. Michael Braun, Vorstand TVO während der Konferenz