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Quelle: TVO

Radfahren ist nachhaltig, gesund und bringt Wirtschaftskraft in die Region

14. September 2021 · Allgemein · Presse · Pressemitteilung

Pressemitteilung;

EcoVeloTour – Tourismusverband Ostbayern ist an internationalem Radprojekt beteiligt

Löwendenkmal Schierling(c)Tourismusverband Ostbayern„Wer Rad fährt, tut etwas für sich und für das Klima. Wo immer möglich, sollte man lieber Radfahren, als ins Auto zu steigen“, sagt Wolfgang Scheinert, stellvertretender Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO). Die Förderung eines nachhaltigen Tourismus ist eines der Ziele des TVO. Daher ist dieser Partner beim internationalen Eco Velo Tour-Projekt. Der TVO hat zur Radtour von Regensburg nach Tegernheim eingeladen. Am dortigen Radlerrastplatz erläutert Scheinert nach der Begrüßung durch Bürgermeister Max Kollmannsberger den geladenen Gästen die Radwegestrategie für die Urlaubsregionen Ostbayerns. „Radwegeinfrastruktur zu schaffen, ist auch eine Klimaschutzmaßnahme“, erklärt Scheinert, „Radfahren und Radtourismus sind kein kurzfristiger Trend, sondern eine langfristig beliebte Urlaubsform. Das bedeutet aber auch, dass der Wirtschaftsfaktor Radtourismus weiter steigen wird. Radfahren ist ein Zukunftsmarkt mit Potential, den wir für unsere Region aufzeigen möchten.“

Der Tourismusverband Ostbayern setzt bereits seit geraumer Zeit auf den Trend Radfahren. „Ostbayern ist zu einer führenden Radregion geworden. Wir intensivieren seit nahezu zehn Jahren den Ausbau der Radwegeinfrastruktur“, erklärt Scheinert, „Das gelingt durch eine lückenlose Beschilderung, durch den Aufbau von Rad-Erlebniswelten und durch vernetztes Vorgehen.

Jede Region profiliert sich durch einen eigenen Leuchtturmradweg, der sich von anderen unterscheidet und so besser wahrgenommen wird.“ In Ostbayern sind in den letzten Jahren vier große Radwege geschaffen oder aufgewertet worden. Dies sind die Trans Bayerwald, die Oberpfälzer Radl-Welt, der Fünf-Flüsse-Radweg und die Niederbayerntour.

Radfahren ist beliebt wie nie zuvor

Donauradweg(c)Tourismusverband_OstbayernQuelle: TVO
Radfahren ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Deutschland, sei es das Tourenradeln, das Mountainbiken oder auch das Rennradfahren. So zeigt die ADFC Reiseanalyse aus dem Jahr 2021, an der über 10.000 Bundesbürger*innen teilgenommen haben, dass über Dreiviertel der Deutschen regelmäßig aufs Fahrrad steigen. Vor allem im Urlaub wird gerne geradelt, entweder als Tagesausflug am Urlaubsort oder als mehrtägige Radreise. Die Coronazeit hat diese Tendenzen noch verstärkt, die Menschen wollen raus, sich bewegen, Zeit im Freien verbringen und etwas entdecken. 55 Prozent nutzen das Fahrrad aufgrund der Pandemie nun häufiger. 13 Prozent der Befragten kauften sich ein neues Fahrrad. 2020 wurden über fünf Millionen Fahrräder verkauft. Insgesamt gibt es einen Bestand von rund 80 Millionen Fahrrädern in Deutschland. 38,7 Prozent der im Jahr 2020 in Deutschland abgesetzten Fahrräder waren E-Bikes.

Scheinert dankt allen Mitgliedern des Tourismusverbandes und Partnern, die die Wegeinfrastruktur aufbauen, erhalten und pflegen. Sein Dank geht auch an die 200 Gastgeber in Ostbayern, die sich speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrenden eingestellt haben oder sogar die Bett+Bike-Klassifizierung des ADFC führen.

„Damit der Urlaub richtig Spaß macht, brauchen Radfahrer bestmögliche Informationen“, beschreibt Scheinert, der selbst viel Rad fährt. Tourenvorschläge, GPX-Tracks und weitere relevante Informationen finden sich u.a. auf den Internetseiten des TVO und der Landschaftsgebiete. „Wir erstellen zusätzlich auch Karten, sowie Touren- und Etappenplaner. Diese vertreiben wir über unsere Prospektbestellung, auf Messen, über Printprodukte und Social-Media.“

Auf gesundes, nachhaltiges Reisen umsteigen: Eco Velo Tour

Im internationalen Eco Velo Tour Projekt beschäftigt man sich mit Strategien zum nachhaltigen Tourismus entlang des EuroVelo-Radwegenetzes im Donauraum. Beteiligt sind neben dem TVO Projektpartner aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Serbien.

Insgesamt 17 Euro Velo Radwege verbinden den europäischen Kontinent. Durch Ostbayern verlaufen zwei EuroVelo-Radwege, der EuroVelo 13 – Iron Curtain Trail, und der Euro Velo 6 – Atlantik-Schwarzes Meer, der sich ab Deutschland mit dem Donauradweg deckt.

OrtenburgQuelle: TVO
Alexander von Poschinger, Projektleiter Eco Velo Tour, erläutert: „Die Strategie für den ostbayerischen Raum beleuchtet die Annahme, dass Fahrradtourismus wichtige Beiträge zum nachhaltigen Tourismus leisten kann.“ Basis dafür sei ein leistungsfähiges und attraktives Angebot. Der Verzicht auf das private Kraftfahrzeug verringere den CO2-Fußabdruck der Reise. Voraussetzung hierfür sei ein leistungsfähiger Öffentlicher Personennahverkehr und vor allem die Möglichkeit zur Fahrradmitnahme. Eine regionale Wertschöpfung könne durch die Einbindung von regionalen Leistungsträgern, Gastbetrieben und Dienstleistern bestmöglich erreicht werden. Dies wiederrum stärke die regionalen Wirtschaftskreisläufe und in Folge den Erhalt von Landschaft und Kultur.

Radtourismus lohnt sich

Im Rahmen des Projekts wurden auch Videoclips unter dem Motto Radtourismus lohnt sich gedreht. Sie bieten den radtouristischen Partnern Argumente und Beispiele für gelungene Umsetzungen. Alexander von Poschinger beschreibt das Ziel der Videos: „Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Botschaft, dass Radfahren auch in Zeiten einer Pandemie eine nachhaltige, gesunde und sozial anerkannte sportliche Betätigung an der frischen Luft ist. Partner der Regionen zeigen auf, warum sich Radtourismus für sie lohnt. Sie geben wertvolle Hinweise, wie sich Radtourismus in den letzten Jahren verändert hat und was für den Radtourismus wichtig ist. Als Tourismusverband appellieren wir zudem für gegenseitige Rücksicht und für einen achtsamen Umgang mit der Natur mit unserem Slogan Respektvoll auf dem Weg und mit der Natur“.

Gerhard IlligZum Abschluss der Radveranstaltung beeindruckte Gerhard Illig, leidenschaftlicher Radfahrer und Fotograf mit starken Bildern und lebhaften Schilderungen, was ein Radtourist braucht, um sich in der Region wohlzufühlen, welche Infrastruktur erforderlich ist und was fahrradfreundliche Gastgeber auszeichnet. Ein reichhaltiges Frühstück gehörte ebenso zu seinen Aufzählungen, wie Ablagefläche und Haken in den Gästezimmern, gute Unterstellmöglichkeiten für Räder, aber auch Rastplätze an den Radwegen und Bänke an schönen Aussichtspunkten. Die vielen positiven menschlichen Begegnungen sind die Quintessenz des Radurlaubs.

Vier große Radwege der Urlaubsregionen Ostbayerns:

Trans Bayerwald

Im Bereich Mountainbike belegt der Bayerische Wald unter 34 Destinationen sogar den 1. Rang in der Destination Brand Studie 2016. Daher entschloss man sich für die Mountainbikeroute Trans Bayerwald. Sie ist 700 Kilometer lang, es gilt 16.000 Höhenmeter in 14 Etappen zu überwinden.

Die Trans Bayerwald ist Gewinner des Goldenen Pedals 2020 des ADFC Bayern in der Kategorie „Bestes Radtourismus Gesamtkonzept“
https://www.trans-bayerwald.de/

Oberpfälzer Radl-Welt

Die Oberpfälzer Radl-Welt ist eine wunderbare Art, Land und Leute auf der 500 Kilometer langen Rundtour im Oberpfälzer Wald zu erleben oder in eine der sechs Erlebniswelten zwischen 85 und 155 Kilometern Länge einzutauchen.
https://www.oberpfaelzerwald.de/radl-welt/

Fünf-Flüsse-Radweg

Der Fünf-Flüsse-Radweg im Bayerischen Jura ist seit nahezu drei Jahrzehnten einer der beliebtesten Radfernwege Ostbayerns und über Reiseveranstalter buchbar. Die familientaugliche Tour wurde mit neuer Beschilderung und Infotafeln aufgewertet. https://fuenf-fluesse-radweg.info/de/

Niederbayerntour

Die Niederbayerntour verbindet Passau, Landshut und Regensburg unter dem Motto „Himmlisch Radfahren“ auf 240 Kilometern für Genussradler. Sechs thematische Rundtouren von 96 bis 244 Kilometer sind ideal für Sternradfahrer.
https://www.bayerisches-thermenland.de/Media/Touren/Niederbayerntour

 

Radfahren an der DonauQuelle: TVO
Projekt Eco Velo Tour

Im Rahmen des Danube Transnational Programme werden im Projekt EcoVeloTour Strategien für einen nachhaltigen Tourismus entlang des EuroVelo-Radwegenetzes im Donauraum erarbeitet. In Ostbayern zählen der Donauradweg und der Iron Curtain Trail zu den EuroVelo-Fernradwegen.

Das Projekt läuft noch bis Ende September 2021. In Deutschland sind der Tourismusverband Ostbayern und die Universität Passau Projektpartner. Weitere Projektpartner sitzen in Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Serbien. Somit sind sieben von zehn Donauanrainerstaaten im Projekt vereint.

Das Gesamtbudget beläuft sich auf 2,1 Millionen Euro.

Stimmen zum Thema Radfahren in Ostbayern:

 Dominik von Poschinger-Bray, Geschäftsführer der Geisskopfbahn in Bischofsmais:

„Jeder Euro, der in der Bergbahn erwirtschaftet wird, vervielfältigt sich in der Region. Die Menschen suchen ein gutes Sportangebot, ein gutes Gastroangebot und ein gutes Übernachtungsangebot. In Kombination punktet die Region.“

„Durch den Betrieb der Bergbahn im Winter und im Sommer können wir sichere Arbeitsplätze bieten und mit einer Stammbelegschaft arbeiten und nicht nur mit Saisonkräften.“

„Es kommt eine große Masse an neuen Bikern zum Downhillfahren zu uns. Wir haben eine Lenkungsfunktion. Forst, Wild, Natur muss im Einklang sein. Und gerade im Bikepark bietet sich eine Kanalisierung an. Wir bieten gute Strecken an, die genau dafür gedacht sind, wir bieten eine gute Infrastruktur und eine gute Versorgung.“

Florian Best, Geschäftsführer des Tourismusverbandes im Landkreis Kelheim

„Radtourismus ist ein wichtiges Urlaubssegment. Wir wollen den Gästen ein qualitativ hochwertiges Urlaubserlebnis bieten. Eine gute Beschilderung gehört elementar dazu. Wir haben das touristische Radwegnetz nach Standard neu und einheitlich beschildert und achten mit unseren 24 Gemeinden darauf, dass dieses gut in Schuss ist.“

„Wir sind sehr offen für Kooperationen und wissen, was wir daran haben. Wir sind dankbar, dass wir in Bayern und speziell in Ostbayern ein so gutes und funktionierendes Netzwerk haben. Wir haben beispielsweise die Niederbayerntour gemeinsam entwickelt. Im Radtourismus braucht es diese überregionalen Netzwerke zwischen den Städten, Landkreisen und Verbänden“

Theresa Dietrich, Fahrradverkauf und Reparaturwerkstätte Haböck Osterhofen

„Ich bin in den Radtourismus hineingewachsen. Dieser ist immer stetig gestiegen. Und mit dem E-Bike-Boom sind wir voll dabei.“

„Radfahren ist für jede Altersgruppe. Zwischen 5 und 90 fährt jeder Rad oder E-Bike“

Christina Schefthaler, Betreiberin der Pension Carlbauer in Kelheim

„Im Sommer haben wir 80 bis 90 Prozent Radtouristen. Durch die E-Bikes fahren mittlerweile Leute Rad, die früher niemals gefahren wären. Über die Hälfte fahren E-Bikes. Das macht einfach Spaß. Wir haben viele Stromlademöglichkeiten geschaffen.“

„Wir haben das große Glück, dass unser Tourismusverband die Beschilderung gut macht. Die Gäste fahren dann auch mal große Touren bis zu 70 Kilometer, was früher gar nicht der Fall war. Die gute Beschilderung schätzen die Leute und kommen daher auch für längere Zeit.“

„Das Ende der Fahnenstange im Radtourismus ist noch nicht erreicht, wenn man die aktuellen Trends ansieht mit Regionalität und Nachhaltigkeit. Man hat ein gutes Gefühl, wenn man sich aufs Rad schwingt.“

Isabell Eberlein, Velokonzept GmbH Berlin

„Wir erleben gerade einen unglaublichen Boom. Durch Corona entwickelt sich total viel. Regionale Ausflüge, Micro-Adventure, Urlaub im eigenen Land, Urlaub in der eigenen Region nehmen zu.“

„Fahrradinfrastruktur ist aktiver Klimaschutz.“

„Das wichtigste ist Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur. Infrastruktur, die man für Touristen schafft, schafft man für die eigene Bevölkerung.“

„Mit Fahrradtourismus lässt sich sehr wohl Geld verdienen“

Maximilian Semsch, Fahrradweltreisender

„Eine Fahrradreise ist immer ein nachhaltiges Erlebnis und gleichzeitig klimafreundlicher Tourismus. Durch die Bewegung tue ich mir selbst Gutes und schone die Umwelt durch Reisen mit geringem CO2-Fußabdruck.“

„Radreisen ist Slow Travel und bringt dich näher ran an Land und Leute. Es wird dir gefallen.“

 

13.09.2021/UEW