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Quelle: Bayerischer Heilbäder-Verband

Bad Neualbenreuth im Oberpfälzer Wald hat jetzt einen Kurwald

Bad Neualbenreuth ist ein echter Vorreiter in der Prävention und um ein Prädikat reicher: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überreichte Bürgermeister Klaus Meyer am 18. Juli das Zertifikat zum Prädikat Kurwald. Mit einer Feierstunde schlossen der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ihr Pilotprojekt „Wald und Gesundheit“ ab. Das Ergebnis: in Bayern gibt es ab sofort Kur- und Heilwälder in 13 Kurorten – und einer davon ist Bad Neualbenreuth im Oberpfälzer Wald.

Das Projekt ist bundesweit einmalig. Denn die Ludwig-Maximilians-Universität erarbeitete in dreijähriger Arbeit unter Beteiligung des BHV und von 15 Pilotorten ein Handbuch für die Zertifizierung. Nach den darin festgelegten Kriterien können künftig auch Waldbesitzer, Gesundheitsbetriebe oder Nicht-Kurorte Wälder zertifizieren lassen. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie förderte das Projekt mit 347.605 Euro. “Wir alle wissen: Im Wald zu sein, tut den Menschen gut. Wälder spielen eine sehr bedeutende Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei der Überreichung der Zertifikate. „Im asiatischen Raum hat die Waldtherapie bereits eine lange Tradition. Dieses Potenzial wollen wir auch in Bayern nutzen und mit der Ausweisung der Kur- und Heilwälder die positiven Wirkungen von Wäldern auch in schulmedizinische Behandlungen integrieren.”

Für den Bayerischen Heilbäder-Verband sei das Projekt „Wald und Gesundheit“ ein Meilenstein in der Prävention, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes und Landrat Peter Berek. Der Verband vergibt in Zukunft nach erfolgreicher Prüfung das Zertifikat und auch das Qualitätssiegel „Wald Gesundheit.“ Für die Umsetzung der Zertifizierungsprüfung schließt der Verband einen Kooperationsvertrag mit dem Kompetenzzentrum für Waldmedizin und Naturtherapie in Bad Wörishofen. Dort findet auch die Ausbildung zum Wald-Gesundheitstrainer und Wald-Therapeuten statt – beides Voraussetzungen für eine Zertifizierung.

Die Projektleiterin Prof. Dr. Dr. Angela Schuh von der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht in diesem Projekt eine große Chance für die Heilbäder und Kurorte in Bayern. „Das so genannte Waldbaden und die Waldtherapie entsprechen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit dem Bedürfnis, wenigstens für ein paar Stunden der Hektik und dem Alltag zu entfliehen und zur Ruhe zu kommen“, so Schuh. „Der Wald als Ruheort und seine Nutzung zu gesundheitlichen Zwecken gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Da die bayerischen Heilbäder und Kurorte in sehr waldreichen Gebieten liegen, bedeutet es für sie eine große Chance, ihre präventive und medizinische Kompetenz weiter auszudehnen.“

Mag. Gabriella Squarra begleitete für den Bayerischen Heilbäderverband dieses innovative Projekt. „Wir treten in Verbindung mit den natürlichen gesunden Ressourcen, aktivieren unsere Lebenskräfte, regenerieren und stärken unser Immunsystem. Das Projekt vereint die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Erfahrungen der Kurorte. Die gesunde Wirkung des Waldes in Verbindung mit der gesicherten Kompetenz bedeuten neue Qualitätsmaßstäbe auf diesem Gebiet.“

„Die Möglichkeiten, die der Wald – und vor allem der Kurwald – hinsichtlich der Gesundheit und des körperlichen und seelischen Wohlbefindens für den Menschen bietet, ist neben den bewährten Angeboten rund um die Radon- und Kohlensäureheilquellen des Sibyllenbades eine perfekte Ergänzung zu unserer Ausrichtung als naturnahes Heilbad, so Bürgermeister Klaus Meyer. Nutzen Sie die Waldeinheiten mit unseren zertifizierten Waldgesundheitstrainer und Waldtherapeuten, kommen Sie zur Ruhe und entdecken Sie mit allen Sinnen die Schönheit der Natur wieder. Nur wenn der Geist zur Ruhe kommt, findet auch der Körper Zeit zur Regeneration. In diesem Sinne – Bis bald im Wald – im Oberpfälzer Wald!“

Auf dem Bild (von links): Landrat Peter Berek (Vorsitzender Bayerischer Heilbäder-Verband); Prof. Dr. Dr. Angela Schuh (Projektleiterin Ludwig-Maximilians-Universität München); Michael Rückl (Naturtourismus Bad Neualbenreuth); Ursula Stingl (Leiterin Gästeinformation Bad Neualbenreuth); Bürgermeister Klaus Meyer (Bad Neualbenreuth) sowie Dr. Gisela Immich und Dipl.-Ing. Eva Robl (beide Projektwissenschaftlerinnen Ludwig-Maximilians-Universität München).