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Interview mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten Veronika Perschl

5. September 2022 · Allgemein · Presse · Pressemitteilung

Nachhaltigkeit ist ein Megatrend:

Nachhaltigkeitsinitiativen des Tourismusverbandes Ostbayern

Interview mit der Nachhaltigkeitsbeauftragten Veronika Perschl

Die Sorge um die Zukunft ist bei den Menschen groß. Nachhaltigkeit ist der Megatrend dieser Zeit. Jeder ist mehr denn je gefordert, sich nachhaltig aufzustellen, und zwar ökonomisch, ökologisch und sozial. Die touristische Branche ist hier besonders im Blick. Die Menschen wollen reisen, jedoch rückt nachhaltiges und klimaschonendes Reisen zunehmend in den Fokus.

Nachhaltigkeitsbeauftragte Veronika Perschl

Veronika Perschl ist die Nachhaltigkeitsbeauftragte des Tourismusverbandes Ostbayern und hat bereits einige Projekte angestoßen. Wie stellt man sich im Ostbayerntourismus auf?

Naturnaher Lebensraum, glückliche Gäste, zufriedene Einheimische. Das ist eine sehr kurze Formel für unsere Ausrichtung: Die Gäste sollen eine nachhaltige Erholung finden, der Lebensraum wird touristisch weiterentwickelt und vermarktet, aber nicht über Gebühr beansprucht und die Bevölkerung identifiziert sich mit dem Tourismus der Region. Echte Begegnungen, authentische Erlebnisse und soziale Wärme gehören zum Tourismus genauso wie technische Innovationen und digitale Entwicklung.

Woran kann man die Entwicklung hin zu diesen Zielen festmachen?

Cittaslow Berching

Wir folgen einer Reihe von Impulsen wie Regionale Produkte, Kulinarik und Fairtrade, aber auch E-Mobilität, Mobilitätskonzepte und Wegeinfrastruktur. Dazu gehört auch die Vorreiterfunktion von Leuchttürmen im Aktivbereich, wie unserem Qualitätswanderweg Goldsteig, oder auch Baukultur, Umweltbildung und Ökomodellregionen. Eine wertvolle Bedeutung für die Gesundheit haben das Heilwasser, die Luftkurorte oder der Nationalpark Bayerischer Wald und unsere Naturparke.

Auch Cittàslow, Nachhaltiges Tagen, Fair Trade Town, Brauchtum und gelebtes kulturelles Erbe oder ressourcenschonende Energiegewinnung fallen in diesen Bereich.

Frau Perschl, wie startet man eine Nachhaltigkeitsinitiative?

Vor Kloster Waldsassen

Für uns als Tourismusverband Ostbayern ist es wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen, Impulse zu setzen und zu informieren. Wir haben uns zunächst im eigenen Betrieb umgesehen und unseren Einkauf, unser Verhalten und unsere Gewohnheiten hinterfragt, analysiert und im Hinblick auf Nachhaltigkeit optimiert. Nachhaltigkeit ist ein Weg der kleinen Schritte.

Unser Leitgedanke ist, den Tourismus in Ostbayern attraktiv sowie nachhaltig im Angebot und respektvoll im Umgang zu gestalten. Es geht darum, die Lebensqualität in unseren Urlaubsregionen zu erhalten. Dafür setzen wir ein vom Freistaat Bayern gefördertes Projekt unter dem Namen „Nachhaltige Destinationsentwicklung“ um.

Sie betreuen das Projekt „Nachhaltige Destinationsentwicklung“. Was verbirgt sich dahinter?

Auf dem Heimbucher Heidelbeerenfeld in Mötzing

Wichtig war uns für alle Urlaubsregionen gleichermaßen Akzente zu setzen, die die natürlichen und kulturellen Ressourcen hervorheben. Die Branche ist davon ebenso abhängig, wie von der Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung. Nur gemeinsam können wir eine gute Lebensgrundlage für Einheimische und Gäste, für heute und für die Zukunft, erhalten oder neu schaffen.

Im Einzelnen erstellen wir eine Studie zur Tourismusakzeptanz für den Bayerischen Wald, laufen Sensibilisierungsveranstaltungen für Betriebe im Bayerischen Jura, Fotoshootings kombiniert mit Social Media Maßnahmen im Bayerischen Wald sowie Social Media Videos im Bayerischen Golf- und Thermenland. Der Qualitätsweg Jurasteig wird nachhaltig weiterentwickelt und im Oberpfälzer Wald vermarkten wir Angebotsbündel unter dem Motto „Natur und Genuss“.

Besonders stolz sind wir darauf, dass Ostbayern als eine von zwei deutschen Destinationen am EU-Projekt „European Tourism Going Green 2030 (ETTG2030)“ ausgewählt wurde. Für dieses Projekt wurden sechs Gastgeber ausgewählt und bis Mai auf ihrem Weg zum Nachhaltigkeitssiegel begleitet.

Wir schulen aber auch selbst im Rahmen von Betriebscoachings mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Digitalisierung und geben Webseminare für Gastgeber im Onlinevertrieb.

Auch die Bayern Tourismus Marketing-Organisation bietet Workshops und Sensibilisierungsvorträge an.

Das klingt nach viel Arbeit für die Branche!

UNESCO Welterbe Regensburg

Diese Arbeit, diese Sensibilisierung auf das Thema Nachhaltigkeit ist keine Eintagsfliege, es ist ein Denken in die Zukunft. Die Auseinandersetzung mit unseren touristischen Rahmenbedingungen wirkt sich langfristig auf unser Verhalten und unsere Wertehaltung aus. Und für die Betriebe macht sich das letztendlich auch am Geldbeutel bemerkbar.

Wir leben in einer wundervollen Region und teilen diese gerne mit unseren Gästen. Unsere Anstrengungen gemäß unserem Motto „fair, gut, grün“ zu handeln, bringt uns gemeinsam weiter und macht uns zukunftsfähig. Davon sind wir überzeugt.

Wenn wir den Blickwinkel ändern. Wie kann ein Gast jetzt schon einen nachhaltigen Urlaub in Ostbayern planen?

Kaisertherme Bad Abbach

Inlandsreise und Urlaub auf kurzen Wegen ist gut für das Klima und für den Geldbeutel. Wandern und Radfahren sind sehr nachhaltige Arten für einen Urlaub. In Ostbayern haben wir viele weit verzweigte und vernetzte Möglichkeiten. Wer noch dazu mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist oder zumindest am Urlaubort auf das Auto verzichtet, hat schon einen weiteren Schritt getan.

Es gibt bereits eine große Auswahl an Unterkünften, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigen.

Auf unserer Internetseite ostbayern-tourismus haben wir bereits eine Rubrik Nachhaltig reisen angelegt, die auf Unterkünfte und Erlebnisangebote in der Natur verweist. Wir informieren ebenso über regionale Produkte und die Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln.

Führung im Nationalpark Bayerischer Wald

In Bezug zur Anreise wirkt sich ein längerer Aufenthalt positiv auf die Klimabilanz aus. Wer länger bleibt, taucht auch weiter in Land und Leute ein, knüpft Kontakte und vertieft sein Urlaubserlebnis.

Wer früh plant, hat lange etwas von der Vorfreude und beschäftigt sich eingehender mit seinem Urlaubsziel, vorher, aber auch nachher beim Anschauen der Urlaubsbilder.

Vielen Dank für diese interessanten Ausführungen und Tipps zum Thema Nachhaltigkeit im Tourismus in Ostbayern!

Informationen und kostenlose Broschüren:

https://www.ostbayern-tourismus.de/planen-buchen/nachhaltig-reisen

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Pressekontakt:

Ulrike Eberl-Walter, Pressereferentin

Tourismusverband Ostbayern e.V. Im Gewerbepark D 04, 93059 Regensburg

Tel. 0941 58539-12, E-Mail: eberl-walter@ostbayern-tourismus.de