©Quelle: TVO/Veronika Perschl

Netzwerkveranstaltung Nachhaltigkeit mit Wirtschaftsminister Aiwanger

11. April 2023

Am 04. April fand im Natur Hotel Brunner Hof in Arnschwang eine interessante Netzwerkveranstaltung zum Thema “Nachhaltigkeit im Tourismus: Energieautarkie, Regionalität, Akzeptanz” statt. Eingeladen dazu hatte das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Ziel der Veranstaltung war es, Betriebe der Tourismusbranche bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitskonzepten zu unterstützen. Prominenter Gast war Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.

Zunächst begrüßte Hausherr Andreas Brunner die zahlreich erschienenen Gäste. In seinen Ausführungen betonte er die große Bedeutung von Nachhaltigkeit, die er in seinem Haus bereits seit 1993 praktiziert. Beispielsweise hat er im Laufe der Jahrzehnte 58 alte Stadel aus der gesamten Region abgebaut und im Hotel wieder eingebaut. Als Gründer des Projekts Landgenuss liegt ihm zudem die Verwendung regionaler Produkte in der Gastronomie besonders am Herzen, denn heutzutage wollen die Gäste wissen, wo die Produkte her kommen. Aktuell wird gerade das Projekt “Digitaler Landgenuss” zusammen mit dem Landkreis Cham umgesetzt. Neue Wege müsse man auch in der Energieversorgung bestreiten. Allerdings erweist sich in der Praxis die Umsetzung des Themas Erneuerbare Energien als sehr schwierig. Für die Branche fordert er eine Entfristung der 7 % Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke. Mit dem Appell “Die Zukunft geht nur miteinander” schließt er seine Ausführungen.

Anschließend übernimmt Wirtschaftsminister Aiwanger  das Wort. Zunächst dankt er der Branche für ihr Durchhaltevermögen und ihren Einsatz während der Corona-Pandemie. Mit dem Thema Nachhaltigkeit, insbesondere erneuerbare Energien kommen neue Herausforderungen auf die Gastgeber zu: „Wir wollen die Gastronomie und den Tourismus in Bayern noch nachhaltiger aufstellen und dabei Öl und Gas schrittweise durch Erneuerbare Energien ersetzen. Immer mehr Betriebe wollen auf Alternativen wie Hackschnitzel, Biogas, Photovoltaik, Windkraft und in Zukunft auch grünen Wasserstoff setzen. Für diese Investitionen in Millionenhöhe braucht es aber endlich klare Rahmenbedingungen vom Bund und nicht jeden Tag eine neue unausgegorene Idee, welche die Praxis verunsichert. Beispielsweise ist es völlig kontraproduktiv, dass im Neubau möglicherweise keine reinen Biomasseanlagen zulässig sein sollen. Das führt dazu, dass eben die alte Ölheizung noch weiterbetrieben wird anstatt sie durch eine neue Hackschnitzelheizung zu ersetzen. Ich erwarte vom Bund endlich einen anderen Politikstil gegenüber den Bundesländern und der fachlichen Praxis. Es ist unakzeptabel, dass man beinahe jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft zur Energiepolitik aus der Zeitung liest, anstatt solche grundlegenden Dinge vorab vernünftig zu besprechen. Ist der öffentliche Aufschrei dann groß genug, wird wieder dementiert und scheinbar zurückgerudert. Drei Tage später stellt sich dann aber raus, dass es außer einigen kosmetischen Änderungen doch so kommen soll. Das sieht man bei der aktuellen Debatte um die Wärmepumpe.“

Aiwanger weiter zu seiner Einschätzung in Bezug auf den Tourismus in Bayern: „Gäste und Kunden werden die Transformation zu Erneuerbaren unterstützen. Wenn der Strom im Hotel mit Photovoltaik oder Windkraft erzeugt und die Sauna mit nachhaltiger Wärme beheizt wird, ist der heimische Tourismus gegenüber dem Urlaub im Ausland noch nachhaltiger als er ohnehin schon ist. Das wird auch Wettbewerbsargument.“

Bayern kommt beim Ausbau der Erneuerbaren gut voran. Insbesondere be der Photovoltaik ist der Freistaat schon jetzt bundesweiter Spitzenreiter. Derzeit gibt es rund 750.000 Anlagen mit einer installierten Leistung von 18,3 Gigawatt. Großes Interesse herrscht in der Hotellerie und Gastronomie auch an Biomasse wie Hackschnitzel als alternativer Energieträger zu Öl und Erdgas.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Vorträge von Barbara Radomski (Geschäftsführerin Bayern Tourismus Marketing GmbH), Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch (OTH Amberg-Weiden) und Lothar Billert (Bayernwerk Natur). Bayerns Tourismuswirtschaft hat 2022 den Neustart nach den Coronjahren mit 34 Millionen Anreisen und 92 Millionen Übernachtungen erfolgreich gemeistert.

Beim anschließenden Get Together hatten die Teilnehmer ausführlich Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Der Bayerische Wald, die Bayern Tourismus Marketing GmbH, C.A.R.M.E.N. e.v. und der Verein Landgenuss präsentierten ihre Themen in Form von Informationsinseln.



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Tourismusverband Ostbayern e.V.
Autor(in): Veronika Perschl
Perschl@ostbayern-tourismus.de

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