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©Quelle: Tourismusverband Ostbayern/Frank Heuer

Slow Travel – Modewort oder gelebter Tourismus?

4. August 2025

Fünf Fragen an Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern

Naturnaher Lebensraum, glückliche Gäste und zufriedene Einheimische: Das ist die große Kunst des Tourismus. Jenseits von Fernreisen spielt gerade der ländliche Raum eine große Rolle im inländischen Erholungstourismus. Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, erklärt, wie das Motto Slow Travel, also bewusstes, nachhaltig ausgerichtetes Reisen, in der Region verankert ist.

Ist Slow Travel eine Vision oder ist es eine gelebte Philosophie in den Urlaubsregionen Ostbayerns?

Dr. Michael Braun: „Slow Travel ist für uns mehr als eine Vision, es ist das einzige Rezept, eine Urlaubsregion erfolgreich in die Zukunft zu führen. Die Tourismusakzeptanz in der Bevölkerung ist der Maßstab für die touristische Entwicklung. Diese Akzeptanz ist beispielsweise im Bayerischen Wald sehr hoch. Es ist der höchste Zufriedenheitswert in ganz Bayern. Und das bestätigt unsere strategische Ausrichtung. Der Tourismusverband Ostbayern fördert immer schon den sanften und auf Qualität fokussierten Tourismus. Schließlich tragen wir Verantwortung für unsere Heimat. Es geht darum, gute Lebensqualität für alle dauerhaft zu erhalten, für Einheimische und für Gäste.“

Wie erkennen Gäste eine Region, die auf „Slow Travel“ setzt?

Dr. Michael Braun: „Für uns bedeutet Slow Travel, dem Thema Urlaub und Erholung einen besonders hohen Wert beizumessen. Wir fragen uns: Was suchen Urlauber wirklich? Sie suchen echte Begegnungen mit den Menschen der Region. Sie wollen Teil sein, sich integriert fühlen und nicht separat gesehen werden. Immer sind die Menschen die wahre Seele einer Urlaubsregion. Und das fügt sich dann zusammen mit intensiven Eindrücken in der Natur, einem kulturellen Erlebnis, regionaler Kulinarik oder beim Feiern bei traditionellen Festen. Unser Fokus liegt klar auf Qualität statt Quantität. Das ist für unsere Gäste erkennbar.“

Was ist der Kern der strategischen Ausrichtung auf Slow Travel?

Dr. Michael Braun: „Integration, Austausch und gegenseitiges Verständnis sind die Werte unserer Philosophie. Dafür setzen wir auf eine integrative Projektentwicklung und eine enge, transparente Kommunikation zwischen allen Partnern der Branche. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Infrastruktur unserer Wander- und Radwege. So kann jeder nach seinen Bedürfnissen und Erfordernissen in der Natur unterwegs sein, ohne die anderen zu beeinträchtigen. Wir unterstützen unsere mittleren und kleinen Betriebe, sowohl Gastgeber wie Erlebnisanbieter, in ihrer digitalen Entwicklung, damit sie wettbewerbsfähig bleiben. Das ist wichtig, denn sie prägen den einzigartigen Charme unserer ländlichen Urlaubsregion.“

Das heißt also, Sie wollen ein authentisches Bild der Urlaubsregionen zeigen?

Dr. Michael Braun: „Ja, genau. Wir vermitteln keine Kunstwelten, sondern zeigen unsere Region so, wie sie ist – echt und unverfälscht. Unsere Texte und Bilder spiegeln die Realität wider. So können sich alle angesprochen fühlen und ein für sich passendes Angebot finden. Wir präsentieren uns über die verschiedensten Kanäle wie in Katalogen, im Internet, auf Sozialen Medien oder auf Messen.“

Spricht Slow Travel junge Menschen an?

Dr. Michael Braun: „Definitiv ja. Wir haben für alle Generationen viel zu bieten. Junge Leute sind mit Freunden unterwegs. Sie wollen eine gute Zeit verbringen und in den Lifestyle eintauchen. Und das kann in der Natur genauso sein, wie bei einer Städtereise. Bei der jungen Generation zeigt sich ein spannender Mix, denn sie schätzt digitale Informationen und Inspirationen genauso wie authentische Erlebnisse.  Wir wissen aus einer Umfrage, dass die deutliche Mehrheit der Generation Z, also der jetzt 13- bis 27-jährigen, ihren Urlaub gerne in Deutschland verbringt. Bayern wird dabei mit Abstand am häufigsten genannt. Die jungen Menschen kommen zum Wandern, zu Natururlauben, Städtereisen und zu Besuchen bei Verwandten oder Bekannten.
Gerade junge Leute bringen ein feines Gespür für die Identität einer Region mit. Sie schätzen die regionale Küche und die bayerische Wirtshaus- und Biergartenkultur. Natürlich wollen junge Leute auch Fernreiseziele kennenlernen, doch langfristig sehen wir gute Ansätze, junge Menschen für unsere Regionen zu begeistern. Ausschlaggebend sind dabei ein nachhaltig geprägtes Angebot, das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis, die gute Erreichbarkeit, sowie die vielfältigen und generationenübergreifenden Möglichkeiten.“

Informationen zu den Urlaubsregionen und Städten Ostbayerns:
www.ostbayern-tourismus.de

Tourismusverband Ostbayern e.V.
Autor(in): Ulrike Eberl-Walter
Eberl-Walter@ostbayern-tourismus.de

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