©Quelle: Tourismusverband Ostbayern, Andreas HubSoeben hat das Umweltbundesamt den Abschlussbericht zur Studie „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“ vorgestellt. Das Forschungsvorhaben hat erstmals ein datenbasiertes Monitoring bereitgestellt, aus dem sich ablesen lässt, wie sich die Nachhaltigkeitsperformance der Deutschen beim Reisen entwickelt. Die Studie wurde gemeinsam von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) und dem Umweltbundesamt (UBA) durchgeführt.
Zentrale Ergebnisse der Studie sind:
UBA-Präsident Dirk Messner sagt: „Wir sehen hier einen deutlichen Widerspruch: Viele Menschen wünschen sich mehr Nachhaltigkeit beim Reisen, tatsächlich aber steigt der Anteil klimaschädlicher Flugreisen weiter an. Diese Diskrepanz zwischen Haltung und Verhalten ist ein zentrales Problem, das wir stärker in den Blick nehmen müssen.“
Den Grund für diesen Widerspruch sieht die UBA-Studie in den verschiedenen Ansprüchen, die Reisende an ihren Urlaub stellen: Nachhaltigkeit ist bei der Reiseentscheidung nur einer unter vielen Wünschen. „Die allermeisten Deutschen reisen einfach nicht in erster Linie, um sich für Nachhaltigkeit zu engagieren oder um den Menschen in den Zielgebieten etwas Gutes zu tun, sondern um Abstand vom Alltag zu gewinnen, sich zu erholen und Freude zu haben“, erklärt Wolfgang Günther, Tourismusexperte und Mitautor der Studie.
So kann Reisen nachhaltiger werden: Die Reisebranche habe in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie in der Lage ist, durch geeignete Kommunikation neue Sehnsüchte zu wecken und alternative Reiseideen am Markt zu platzieren, so die Autoren des Abschlussberichts. Die Studie zeigt: Die Nachfrage lässt Spielraum für solche Veränderungen – gerade in Richtung Nachhaltigkeit. Die weit überwiegend positive Einstellung zum umwelt- und sozialverträglichen Reisen unterstreicht, dass Nachhaltigkeit beim Reisen von den Kundinnen und Kunden grundsätzlich begrüßt wird. Für die Reisebranche bedeutet das: Wer jetzt auf nachhaltige Angebote setzt, geht kein Risiko ein – im Gegenteil. Sie kann neue Wünsche wecken und alternative Reiseideen erfolgreich am Markt platzieren.
Fazit des Berichts: Eine grundlegende Veränderung des Reiseverhaltens hin zu mehr Nachhaltigkeit ist nicht allein Aufgabe der Kundinnen und Kunden. Die Tourismusbranche hat die Chance, mit attraktiven Angeboten und klarer Kommunikation die Weichen zu stellen – hin zu einem Reisen, das unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützt.
Quelle: Umweltbundesamt
Die komplette Studie gibt’s zum Download hier.