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©Quelle: FNBW, Lemberger

Winterhelden in der 2. Reihe – Die Fahrer der Loipenspurgeräte in der Ferienregion

10. Februar 2026

Mit vielen Arbeitsstunden in den Pistenbullies, sorgen sie für beste Wintersportangebote

Spiegelau 18.01.2026 (sl) Wenn die Wintermonate dem Land Frost und Schnee bescheren, heißt es oft: Ihr seid die Helden des Winters! Gemeint sind hier in der Regel die Straßenmeistereien und die Mitarbeiter der Bauhöfe, die in den Nachtstunden oder in aller Frühe in ihre Unimogs und Schneepflüge steigen, um die Straßen frei zu räumen. Dabei wird oft unterschätzt oder ganz übersehen, wer da noch täglich so früh unterwegs ist: die Loipen- und Pistenteams in den Gemeinden der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald. Ihre Arbeit schafft die Grundlage für den Wintersport: top gespurte Loipen, gewalzte Rodelhänge, präparierte Skilifte und Pisten für Übernachtungsgäste, Tagesausflügler und Einheimische. Dank unzähliger Arbeitsstunden bei Minusgraden zaubern sie bei entsprechender Schneelage perfekte Bedingungen für Winterurlaubsgenuss der Extraklasse. Weil ihre Arbeit nicht nur für den Tourismus ein wichtiger Beitrag für Winterurlaubserlebnisse der Superlative ist, sondern auch den Freizeit- und Erholungswert der Region für die einheimische Bevölkerung steigert, stellen wir einige der Loipenfahrer aus der Region vor. Wir haben in den Gemeinden Mauth-Finsterau, St. Oswald-Riedlhütte, Frauenau, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein nachgefragt, was ihre Arbeit auszeichnet und was sie den Loipenfahrern bedeutet.

Perfekte Spuren für Langläufer in St. Oswald-Riedlhütte

In der Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte unterhalten wir uns dazu mit Johannes Donnerbauer. Er kümmert sich mittlerweile seit acht Jahren um die Loipen, Winterwanderwege und Rodelhänge im Gemeindegebiet. In den meisten Bayerwaldgemeinden kommen schnell um die 50 km Streckenkilometer zusammen, die gewalzt und gespurt werden müssen. „Ich habe schon als Kind mit Spielzeug-Pistenraupen und -Schneepflügen gespielt und das hat mich fasziniert. Das es dann mal so kommt, dass ich tatsächlich für die Gemeinde diese Aufgabe wahrnehme, war dann wohl Bestimmung“, lacht Johannes. Sein Blick im Pistenbully ist auf die vor ihm liegende Strecke gerichtet, immer wieder kontrolliert er dabei im Rückspiegel das Ergebnis seiner Arbeit, die Spuren für klassische Technik und Skating-Technik, die er in den frischen Schnee zieht. „Wenn man diese Arbeit, bei der man die ganze Zeit auf Gelände, Schneelage, Bewuchs etc. schauen und sich konzentrieren muss, nicht liebt, würde man die sechs bis zehn Stunden, die man am Stück unterwegs ist, gar nicht durchhalten“, meint Johannes. Bevor er mit seiner Runde startet, checkt er noch kurz dier Maschine, um sicherzustellen, dass im Gelände keine unvorhergesehenen Pannen eintreten. Wann er unterwegs ist, ergibt sich oftmals durch die Schichteinteilung im Hauptberuf. „Ich fahre aber schon am Liebsten abends, denn dann kann die frisch präparierte Loipe aushärten. „Sintern“ nennt man diesen Effekt, erklärt er. „Dabei verdichtet und verhärtet sich der in Form gebrachte Schnee über Nacht und ergibt so am Morgen eine stabile klassische Spur. Auch die Skating-Spur kann schön fest und griffig werden, so dass die Loipen wieder länger für viele Runden Langlaufspaß herhalten.“ Die schönste Belohnung ist für ihn, wenn er dann Langläufer trifft und der eine oder andere ihm bestätigt: „Super ist die Loipe bei‘nand! Richtig Spaß macht’s zum Laufen!“

Johannes Donnerbauer (Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte)©Quelle: FNBW
Johannes Donnerbauer (Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte)

Winterfreuden in der Gemeinde Frauenau

In der Gemeinde Frauenau erwartet uns Albert Steiml in Oberlüftenegg auf der Panoramaloipe. Seit 2021 ist er nun als „Rentler“ mit dieser Aufgabe betraut, die er aber schon von seinen vorherigen Berufsjahren als Bauhofmitarbeiter kannte. Insgesamt 44 km Strecken im Gemeindegebiet pflegt er. Was ihm aufgefallen ist: „Die Winter haben sich schon sehr verändert. Wir haben leider bei weitem nicht mehr die Schneemengen von früher. Daher wurde auch der Pistenbully mit Gummibelägen bzw. Gummiketten umgerüstet. Damit können wir schon ab 20 cm Neuschnee spuren, was mit eisernen Ketten nicht möglich wäre.“ so Albert. Für ihn sind es zwei Dinge, die ihm die größte Freude bereiten. „Wenn man sieht, dass die Leute eine Freude daran haben, unterwegs zu sein und das Angebot nutzen, ist es ein sehr schönes Gefühl. Man weiß, dass man mit seiner Arbeit etwas geschaffen hat, was andere wertschätzen. Außerdem verbringt man viel Zeit draußen und ist in unserer schönen Umgebung unterwegs. Oft spät abends oder sehr früh morgens, eben zu Zeiten, an denen kaum jemand unterwegs ist. Wenn man dann bei Sternenhimmel und Mondschein die schöne Landschaft vor sich sieht und alles glitzert, ist das einfach ein Traum!“.

Albert Steiml (Gemeinde Frauenau) ©Quelle: FNBW
Albert Steiml (Gemeinde Frauenau)

Viel zu tun in den Wintersportarealen der Glasstadt Zwiesel

In Rabenstein beim Parkplatz Kaisersteig treffen wir Michael Ritzler. Seit 13 Jahren ist er schon Loipenfahrer für die Glasstadt Zwiesel, im Grunde ist er aber schon immer mit der Thematik als Mitarbeiter des städtischen Bauhofs befasst. Sein Fazit: „In dieser Saison ist wirklich das gesamte Loipennetz sehr gut befahrbar. Alle Strecken haben ihren Charme. Die Flutlichtrunde im Stadion ist schön flach und gut geeignet für Anfänger. Die Bärnzeller Loipe ist landschaftlich sehr schön und auf den Kaisersteigloipen ist für jeden Anspruch das Richtige dabei, egal, ob blaue oder rote Loipen.“ Seiner Einschätzung nach nimmt die Skating-Technik unter den Langläufern immer mehr zu. In dieser Saison ist auch nach drei Jahren Pause wieder der Skilift in Rabenstein in Betrieb, den er präpariert. „Es ist so schön zu sehen, wie Kinder mit dem Skilift und die Langläufer ihre Freude am Schnee und den Loipen haben! Das spornt mich an, dass ich alles so gut fahre wie möglich! Da hat man an sich selbst auch einen hohen Anspruch, dass alles passt und entwickelt seine Technik und Erfahrung immer weiter. Ich fahre meistens auch die Strecken doppelt, denn dann kann ich die klassische Spur etwas nach innen versetzen und es bleibt etwas mehr Rand an der Seite, so dass die Stöcke der Langläufer greifen und nicht im daneben liegenden Graben beim Stockeinsatz landen.“ erklärt er. Auch zur Tourist-Info in der Glasstadt Zwiesel pflegt er einen engen Kontakt, so dass Gäste dank täglicher Infos aus erster Hand optimal zu den Wintersportmöglichkeiten beraten werden können.

Michael Ritzler (Glasstadt Zwiesel) ©Quelle: FNBW
Michael Ritzler (Glasstadt Zwiesel)

Dank “Raupen-Ronny” alles bestens in der Gemeinde Mauth-Finsterau

Mit Ronny Ebert aus der Gemeinde Mauth-Finsterau treffen wir uns im Ski-und Sportstadion in Finsterau. Diese Gemeinde ist dank seiner Höhenlage mit über 1.000 m eine der schneesichersten Wintersportorte in der gesamten Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald. Bei vielen Langlauffans ist Ronny auch unter seinem Spitznamen “Raupen-Ronny” bekannt. Fast täglich liefert er Updates zu den Loipen – im WhatsAppKanal und Facebook-Seite der Gemeinde Mauth sowie auf dem WhatsApp-Kanal der Ferienregion. Da er hauptberuflich im Baustoffhandel tätig ist und daher in den Wintermonaten weniger los ist, kann er seine Arbeit als Loipenfahrer in der Wintersaison gut in seinen Alltag integrieren. Er ist je nach nach Wetter, Temperatur und Schneefall jeden Tag fünf bis acht Stunden im Bully unterwegs. Auch Fahrzeiten von bis zu 13 Stunden habe es schon gegeben, das sei aber die absolute Ausnahme, wenn es Frau Holle mal besonders gut meint. Auf die Frage, was ihm am meisten Spaß bei dieser Arbeit macht, klingt es bei ihm ähnlich wie bei seinen Kollegen: „Es ist beruhigend, wenn man vor allem abends, wenn kein Mensch unterwegs ist, in der Natur draußen sein kann. Wenn man dann mit dem Ergebnis, das man gerade geschaffen hat, auch selbst zufrieden ist und weiß, dass man für Gäste und Einheimische wieder die Grundlage für ihren heißgeliebten Wintersport und ein traumhaftes Wintererlebnis geschaffen hat, dann ist alles gut!“ erzählt er uns. Besonders herausfordernd ist die Arbeit vor allem, wenn er Hanglagen oder Schräglagen so präparieren muss, dass eine möglichst gerade Loipe entsteht. Da in der Gemeinde Mauth-Finsterau auch viele Wettkämpfe und Meisterschaften ausgetragen werden, wie etwa im vergangenen Januar der FIS Para Cross-Country Weltcup, sind in den zeiten auch die strengen Vorgaben der FIS zu erfüllen. Auch das Präparieren von Rodelhängen und Skipisten – die Gemeinde Mauth-Finsterau kann Familien mit Kindern und Einsteigern mit ihrem Skilift auch noch Ski-Alpin-Spaß und Rodeln anbieten – gehört bei ihm, wie bei den meisten, dazu. Traurig und nachdenklich wird Ronny, als er uns erläutert, was für ihn ein echter Wehmutstropfen ist. „Fußgänger zerstören durch das Gehen auf der Loipe mitten durch die klassische Spur, oftmals dann auch noch mit ihren Vierbeinern, unsere Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt und die Kommunen ja auch viel Geld kostet. Es gibt in unserer Region und im gesamten Bayerischen Wald so viele Kilometer an ausgewiesenen Winterwanderwegen und Spaziermöglichkeiten. Hier verstehe ich es überhaupt nicht, dass man gegenseitig keine Rücksicht nimmt, sondern egoistisch handelt und die Arbeit der Loipenfahrer zunichte macht. Die Leidtragenden sind dann Urlaubsgäste und auch die Einheimischen, die sich ja über top gepflegte Loipen freuen.

 Loipenfahrer Ronny Ebert (Gemeinde Mauth-Finsterau) ©Quelle: FNBW
Loipenfahrer Ronny Ebert (Gemeinde Mauth-Finsterau)

Zuerst geräumt und dann gespurt in der Grenzgemeinde Bayerisch Eisenstein

In der Grenzgemeinde Bayerisch Eisenstein empfängt uns Tobias Haas und plaudert aus dem Nähkästchen über seine Arbeit als Loipenfahrer. „Wie überall hat auch bei uns der normale Winterdienst Vorrang und erst, wenn die Straßen wieder frei sind, geht es an die Loipen. Unser Langlaufgebiet reicht vom Brennes bis nach Regenhütte und umfasst circa 65 Kilometer Loipen, Naturrodelbahnen und gewalzte Winterwanderwege, für die ich 6 bis 7 Stunden zum Präparieren benötige.“ An einem normalen Wintertag ohne Neuschnee in der Nacht startet er um 6 Uhr früh. Die Arbeit sei herausfordernd und erfordere ein hohes Maß an Flexibilität und Wissen. Zu hohe Temperaturen, Regen oder starker Schneefall, all das hat Einfluss auf die Loipen. Bei zu warmem Wetter schmilzt der Schnee und wird matschig, was die Arbeit erheblich erschwert. Zu viel Schnee kann aber auch problematisch sein, gerade, wenn er nicht rechtzeitig bearbeitet wird. Frischer Pulverschnee verhalte sich anders als nasser oder schwerer Schnee. Bei all diesen Variablen eine ideale Spur zu ziehen, sei oft eine große Herausforderung. Die Spurgeräte erfordern dabei präzise Bedienung und Wartung. Ein Loipenfahrer muss sowohl die Technik der Geräte kennen als auch die Einstellung an den Maschinen an die jeweiligen Bedingungen anpassen können. Auch die Naturgegebenheiten wie etwa steile Hänge, enge Kurven oder unebene Stellen machen die Spurarbeit anspruchsvoll. Die fertige Loipe muss auch auf schwierigem Terrain fahrbar bleiben und darf keine Gefahrenstellen wie eisige Stellen, zu steile Abfahrten oder ähnliches aufweisen. „Gut präparierte Loipen sind für Gäste und Einheimische ein Muss und auch unser Anspruch! Schlechte Präparierung führt dagegen schnell zu Unzufriedenheit und zu negativen Bemerkungen, was wir uns weder für Gäste noch Einheimische wünschen!” so Tobias. „Unsere Gemeinde investiert viel Geld in das Langlaufangebot vor Ort, schließlich muss die Pistenraupe, deren Betrieb und Erhalt und unsere Arbeitszeit finanziert werden. Da ist mein Anspruch dann schon auch, gute Arbeit für die Nutzer dieses Angebotes zu leisten.“ ergänzt er. „Es macht Spaß, in der Pistenraupe zu sitzen! Begegnungen mit Rehen und Wildschweinen sind keine Seltenheit. Ich genieße die morgendliche Stille im Wald und auf den Wiesen. Ein besonderer Moment ist für mich immer am höchsten Punkt unseres Loipennetzes beim Brennes, wenn die Sonne aufgeht und der Schnee in der eiskalten Luft glitzert. Unverständnis und Frust wecken bei mir Fußgänger, die mitten in der Loipe marschieren und die Arbeit der letzten Stunden achtlos zertreten, anstatt einfach etwas weiter am Rand zu gehen. Ein Thema, das uns Loipenfahrern im gesamten Bayerischen Wald das Leben schwer macht und die Freude an der Arbeit trübt.“ Begeistert zeigt er sich aber von der mittlerweile sehr ausgereiften Technik für die Übertragung und Bereitstellung der Wintersportdaten. „Wir tracken während der Fahrt die Strecke live mit, dank mobiler App, und übertragen diese Daten in Echtzeit in den Wintermanager. Hier ergänzen wir noch Infos zur Schneelage, zum Zustand der Loipen und der Schneebeschaffenheit. Diese Daten können Wintersportler dann bequem etwa auf der Website der Ferienregion unter dem Menüpunkt “Schneebericht” abrufen und damit schon in den frühen Morgenstunden ihren Wintersporttag planen. Damit erhalten Urlauber und Einheimische eine zentrale, verlässliche und topaktuelle Informationsquelle zu den Wintersportmöglichkeiten der Region, die jederzeit mit Echtzeitdaten und auch mobil zur Verfügung stehen.

Loipenfahrer Tobias Haas (Gemeinde Bayerisch Eisenstein) ©Quelle: FNBW
Loipenfahrer Tobias Haas (Gemeinde Bayerisch Eisenstein)

Zum Schneebericht der Ferienregion

Im WhatsApp-Kanal der Ferienregion werden darüber hinaus noch tagesaktuelle Infos mit Hinweisen, Bildern, Kurzvideos zur Verfügung gestellt.

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Autor(in): Alina Wagner
wagner@ferienregion-nationalpark.de

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