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Juwel im Regental wieder geöffnet

12. April 2026

Kreismuseum Walderbach im sanierten Klostergebäude wieder geöffnet

Ende März öffnete das Kreismuseum Walderbach im ehemaligen Zisterzienserkloster Walderbach wieder seine Tore für Besucherinnen und Besucher. Nach umfassender Sanierung präsentiert sich das Haus in beeindruckenden, barocken Räumen mit einer ersten Ausstellung unter dem Motto „Was wir sammeln“. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte der volkskundlichen Sammlung, die unterschiedliche Facetten der regionalen Alltags- und Kulturgeschichte beleuchten. Viele Stücke erzählen ihre eigenen Geschichten – von einfachen Gebrauchsgegenständen bis hin zu außergewöhnlichen Fundstücken. Besonders spannend: Bei den jüngsten Sanierungsarbeiten wurden in Zwischenböden überraschende Entdeckungen gemacht, darunter Gegenstände aus der Zeit der Zisterziensermönche, die einst im Kloster lebten. Diese historischen Zeugnisse machen die lange Tradition des Hauses eindrucksvoll sichtbar, ebenso wie Gemälde oder Trinkgefäße der Walderbacher Äbte.

Die bauliche Sanierung des historischen Gebäudes erfolgte durch den Freistaat Bayern als Eigentümer, während der Landkreis Cham den Ausbau zu einem modernen Museum verantwortete. Ziel war es, das bedeutende Baudenkmal nicht nur zu bewahren, sondern es zugleich als lebendigen Kulturort für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Museum befindet sich im ehemaligen Konventgebäude des Klosters, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde die dreiflügelige Anlage vielfältig genutzt. Bereits im 17. Jahrhundert erhielt das Kloster im Zuge der Gegenreformation seine bis heute sichtbare Gestalt. Das dreigeschossige Konventgebäude gruppiert sich in drei Flügeln um einen Innenhof und schließt unmittelbar an die frühere Kloster- und heutige Pfarrkirche an.

Seit über 60 Jahren ist das vom Landkreis getragene Museum hier untergebracht. Nach einer letzten Ausstellung im Jahr 2013 machten umfangreiche Baumaßnahmen – zunächst eine dringend notwendige Dachsanierung – die vorübergehende Schließung und Auslagerung der Sammlungsbestände erforderlich. Mit Abschluss der Generalsanierung kehrt das Kreismuseum nun mit neuen Ausstellungsräumen in neuem Glanz zurück.

Im Jahr 2018 wurden die ehemaligen Räume des Kindergartens in das Nutzungskonzept integriert. Dadurch entstand im Erdgeschoss eine barrierefrei zugängliche Ausstellungsfläche von rund 400 Quadratmetern. In den oberen Geschossen befinden sich Depot- und Funktionsräume, in denen ein Großteil der mehr als 12.000 Objekte umfassenden volkskundlichen Sammlung sachgerecht verwahrt wird.

Besonders sehenswert sind die barocken Stuckarbeiten im Erdgeschoss, die von hoher ästhetischer Qualität zeugen. Das Gebäude soll nicht nur Ausstellungsort sein, sondern auch Lern- und Begegnungsraum.

Ein Besuch in Walderbach lohnt sich jedoch nicht allein wegen des Museums. Die Anlage ist eingebettet in ein beeindruckendes Ensemble aus Geschichte, Kultur und Natur. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die romanische Hallenkirche St. Nikolaus, die um 1200 erbaut wurde. Der nach historischem Vorbild gestaltete Prälatengarten lädt zum Verweilen ein.

Im Gastbau der ehemaligen Klosteranlage befindet sich zudem der barocke Festsaal mit einem Deckengemälde des Künstlers Otto Gebhard aus Prüfening. Hier findet seit über drei Jahrzehnten die renommierte Konzertreihe „Festliche Konzerte im Barocksaal“ statt, die vom Landkreis Cham und der Gemeinde Walderbach veranstaltet wird (www.festliche-konzerte.de).

 



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Landratsamt Cham
Autor(in): Petra Meindl
petra.meindl@lra.landkreis-cham.de

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