
Große Anerkennung für zwei traditionsreiche Bräuche aus dem Bayerischen Wald: Das Pichelsteinerfest in Regen und das Wolfauslassen wurden in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Auszeichnung würdigt nicht nur ihre lange Geschichte, sondern auch ihre bis heute gelebte Bedeutung für die Region. Seit 2003 stellt die UNESCO immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit. Ein erster Schritt dafür in die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe ist die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.
Das Pichelsteinerfest, das seit 1874 fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Regen ist, zählt mit jährlich bis zu 100.000 Besucherinnen und Besuchern zu den bedeutendsten Volksfesten im Bayerischen Wald. Neben seiner kulturellen Bedeutung ist es ein wichtiger Treffpunkt für Wirtschaft, Politik, Vereine und Bevölkerung. Getragen wird das Fest seit Jahrzehnten vom Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, die die Tradition bewahren und zugleich zeitgemäß weiterentwickeln.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Wolfauslassen, ein über Generationen gepflegter Heischebrauch rund um den Martinstag. Dabei ziehen Gruppen, die “Wölfe” mit Glocken durch die Orte des Bayerischen Waldes und halten so ein einzigartiges regionales Brauchtum lebendig. Besonders hervorgehoben wurde dabei die generationenübergreifende Weitergabe von Wissen und Tradition innerhalb der Dorfgemeinschaften.
Mit der Aufnahme in das Landesverzeichnis würdigt der Freistaat Bayern das außergewöhnliche Engagement der vielen Ehrenamtlichen, Vereine und Organisatoren. Die Auszeichnung unterstreicht zugleich die Bedeutung des kulturellen Erbes als identitätsstiftender Faktor und als wichtiger Baustein für die Attraktivität der Region.
Die Anerkennung ist damit nicht nur eine besondere Auszeichnung für Regen und den Bayerischen Wald, sondern auch ein starkes Signal für den Erhalt und die nachhaltige Förderung regionaler Kultur- und Brauchtumspflege.
Ende Juni überreichte Staatsminister Albert Füracker die Urkunden im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung in der Allerheiligen-Hofkirchen in München.

