©Quelle: TVOPressemitteilung, 22.07.2026
Mit einer positiven Bilanz für den Tourismus in Ostbayern, der Wahl eines neuen Präsidenten sowie dem Blick auf die aktuellen Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stand die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes Ostbayern e.V. in Plattling ganz im Zeichen des Wandels. Rund 180 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kommunen, Tourismusorganisationen und Wirtschaft nahmen an der Mitgliederversammlung des touristischen Dachverbandes für Niederbayern und die Oberpfalz teil.
„Plattling ist der Schnittpunkt von Niederbayern“ begrüßte der Plattlinger Bürgermeister Hans Schmalhofer die Gäste. Neben dem Wirtschaftsstandort habe die Stadt auch in touristischer Hinsicht viel zu bieten. Der Isarradweg, ein großes Naturschutzgebiet an der Isar, attraktive Gastronomie und Hotellerie prägen die Stadt. Mit dem Nibelungenfestspiel, dem Historischen Markt sowie auch einer Wasserprozession biete die Stadt auch wichtige kulturelle Akzente. Der Deggendorfer Landrat Bernd Sibler hob die starke Leistung hervor, die Niederbayern und die Oberpfalz in den letzten Jahren erbracht haben: „Was hier passiert ist, kann sich sehen lassen.“ Zugleich wünschte er sich mit Blick auf das Welterbe Donaulimes den Kulturtourismus noch mehr in den Fokus zu rücken.
Als Präsident des Bayerischen Tourismusverbandes sprach Klaus Stöttner, früher Mitglied des Landtags, seinen Respekt an die Region aus: „In Niederbayern und der Oberpfalz verzeichnet man eine positive Entwicklung, wie in keinem der anderen Regierungsbezirke Bayerns.“ Der Bayerische Tourismusverband habe sich gegründet, um die Interessen der Kommunen noch besser zu bündeln und die Belange von Tourismus und Kultur in der Politik einzubringen. „Tourismus ist eine freiwillige Aufgabe“, sagte Stöttner, „doch das ist nicht das richtige Wort, denn Tourismus ist Lebensraum-, Ansiedlungs- und Kulturpolitik. Es ist eine freiwillige Pflichtaufgabe.“ Dr. Michael Braun, Geschäftsführender Vorstand Tourismusverband Ostbayern e.V., unterstrich den hervorragenden Status Ostbayerns: „Wir gehören zur Spitze, was Tourismusentwicklung betrifft. Wir haben Preise und Auszeichnungen in vielen Bereichen erhalten. Doch alle Produkte haben einen Lebenszyklus. Trotz einer starken Entwicklung müssen wir aufpassen, dass wir auf der Erfolgsspur bleiben.“
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Der bisherige Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern, Landrat Thomas Ebeling, zog in seinem Bericht eine erfreuliche Bilanz. Die touristische Entwicklung in Ostbayern setzte ihren positiven Kurs auch im Jahr 2025 fort. Mit 5,45 Millionen Gästen und 16,72 Millionen Übernachtungen verzeichnete die Region erneut Zuwächse. Die Gästeankünfte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent, die Übernachtungen um 0,8 Prozent. Damit behauptet Ostbayern seine Spitzenposition als stärkste ländliche Tourismusregion Bayerns.
Tourismus sei weit mehr als Freizeit und Erholung, betonte Ebeling. Mit einer Bruttowertschöpfung von 5,2 Milliarden Euro sichere die Branche inzwischen ein Beschäftigungsäquivalent von mehr als 82.000 Vollarbeitsplätzen in Ostbayern und gehöre damit zu den bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Region. Gleichzeitig profitierten auch die Einheimischen von Investitionen in Infrastruktur, Freizeitangebote, Mobilität und Lebensqualität.
„Unsere erfreulichen Gästezahlen zeigen, dass sich der konsequente Weg über Qualität, Digitalisierung und starke Netzwerke auszahlt. Tourismus stärkt nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch die Lebensqualität in unseren Städten, Gemeinden und ländlichen Räumen. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir gemeinsam weitergehen“, sagte Präsident Thomas Ebeling.
Dass Qualität in Ostbayern konsequent gelebt wird, spiegeln auch aktuelle Auszeichnungen wider. Drei ostbayerische Urlaubsregionen zählen im deutschlandweiten Destinationsranking zu den zehn Regionen mit der höchsten Gästezufriedenheit. Gleichzeitig sorgen renommierte Auszeichnungen für den Goldsteig, die Mountainbike-Strecke Trans Bayerwald sowie den Markenrelaunch des Bayerischen Waldes für bundesweite Aufmerksamkeit und stärken das touristische Profil der Region nachhaltig.
Der Erfolg der Arbeit des Tourismusverbandes hänge maßgeblich auch von einer verlässlichen Finanzierung des Tourismus ab. Ebeling appellierte an die Vertreter der Politik, den Tourismus in diesen Zeiten großer struktureller Veränderungen nicht zu vernachlässigen: „Die gute Finanzierung des Tourismus sichert essenziell die Qualität unseres Lebensraums und muss auf sicheren Beinen stehen.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung war die Digitalisierung. Der Tourismusverband unterstützt seit Jahren Kommunen, Tourist-Informationen, Gastgeber und Erlebnisanbieter bei der digitalen Vermarktung ihrer Angebote. Zahlreiche Betriebe wurden bereits individuell beraten, gleichzeitig entstehen digitale Reisebegleiter und moderne E-Learningplattformen, die Gästen und touristischen Leistungsträgern gleichermaßen zugutekommen.
Wie Künstliche Intelligenz den Tourismus künftig verändern wird, zeigte Florian Bauhuber, Geschäftsführer der Realizing Progress GmbH & Co. KG, in seinem Fachvortrag auf. Er machte deutlich, dass KI längst Einzug in die Reiseplanung und Gästekommunikation gehalten hat und künftig nahezu alle Bereiche des touristischen Marketings beeinflussen wird. Entscheidend werde sein, qualitativ hochwertige Daten bereitzustellen und digitale Inhalte so aufzubereiten, dass Destinationen und Betriebe auch in KI-gestützten Anwendungen sichtbar bleiben. „Chatbots, Reasoning-Modelle und KI-Agenten sind schon Wirklichkeit. Die Urlaubssuche wird zum Dialog mit der KI. Dafür müssen Urlaubsregionen gerüstet sein“, war der Tenor des Spezialisten.
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©Quelle: TVOIm Zuge der Verbandsregularien bestätigte Wirtschaftsprüfer Prof. Dr. Claus Koss dem Tourismusverband Ostbayern e.V. geordnete Finanzen mit einer Bilanzsumme von 3.984.608,39 Euro. Allein 1,25 Million Fördergelder konnten bei den Erträgen verbucht werden.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder turnusgemäß das Präsidium, das gleich im Anschluss den Präsidenten wählte. Dr. Ronny Raith, Landrat des Landkreises Regen, wurde zum neuen Präsidenten des Tourismusverbandes Ostbayern gewählt, Landrat Thomas Ebeling bleibt Stellvertreter. Raith dankte seinem Vorgänger Landrat Thomas Ebeling für dessen langjähriges Engagement und betonte die Kontinuität der gemeinsamen Arbeit im Tourismusverband. Sein ausdrücklicher Dank galt zugleich den Verantwortlichen im Tourismus, in Hotellerie und Gastronomie. Sie seien es, die täglich Verantwortung übernähmen, unternehmerischen Mut bewiesen und den Tourismus mit Leben erfüllten.
Mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen verschwieg Raith die Herausforderungen nicht. Es gehe darum, Menschen in Ausbildung und in die Gastgeberbranche zu bringen. Überall fehle das Geld, in den öffentlichen Haushalten, aber auch bei den Menschen, die womöglich nur noch kürzer in Urlaub fahren. Gleichzeitig sehe er Chancen. Die weltpolitische Unsicherheit könne den Urlaub im eigenen Land weiter stärken. „Bei allen Mitbewerbern, wir dürfen uns ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein auf die Fahnen schreiben“, sagte Raith.
Der neue Präsident stellte drei Schwerpunkte heraus: Tourismus sei weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. An Infrastruktur und Innovationen, wie dem Nationalpark oder den touristischen Leitprodukten, partizipieren die Menschen, die hier wohnen. Entscheidend bleibe der konsequente Fokus auf Qualität statt Quantität. Ebenso sei Digitalisierung ein unverzichtbarer Baustein, um Ostbayern im Inlandsmarkt und im internationalen Wettbewerb erfolgreich für die Zukunft zu positionieren. Abschließend warb Raith dafür, den Blick auf die Möglichkeiten zu richten: „Lassen Sie uns die Chancen sehen und auch ergreifen sowie gut über unsere Arbeit sprechen.“
Ein besonderer Moment der Jahreshauptversammlung war die Ernennung von Franz Löffler und Josef Laumer zu Ehrenmitgliedern des Tourismusverbandes Ostbayern. Beide Persönlichkeiten haben den Tourismus in Ostbayern über viele Jahre entscheidend geprägt und sich mit großem Engagement für die Entwicklung der Region eingesetzt.
Franz Löffler habe als langjähriger Präsident sowie auch Vizepräsident des Verbandes, Landrat des Landkreises Cham, sowie Bezirkstagspräsident der Oberpfalz den Qualitätsgedanken, den Wander- und Radtourismus sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nachhaltig vorangebracht. Unter seiner Mitwirkung entwickelten sich die Urlaubsregionen Ostbayerns über Jahre hinweg zu außerordentlich erfolgreichen Tourismusregionen Deutschlands. Franz Löffler konnte an der Versammlung nicht persönlich teilnehmen.
Der langjährige Landrat des Landkreises Straubing-Bogen, Josef Laumer, habe den Verband in einer herausfordernden Zeit maßgeblich geprägt. Während seiner Präsidentschaft führte er den Tourismusverband durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, setzte wichtige Impulse für die Digitalisierung sowie den Ausbau der Radinfrastruktur und stärkte die Position des Tourismus als bedeutende Zukunftsbranche in Ostbayern.
Geehrt wurden auch drei Mitgliedsgemeinden, die dem Tourismusverband Ostbayern seit 75 Jahren die Treue halten – die Stadt Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf, der Markt Rotthalmünster im Landkreis Passau und der Markt Parkstein im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Mit der positiven touristischen Entwicklung, einer hohen Gästezufriedenheit, zukunftsweisenden Digitalisierungsprojekten und einer führungsstarken Verbandsspitze sieht sich der Tourismusverband Ostbayern gut aufgestellt, um die Erfolgsgeschichte des Tourismus in Niederbayern und der Oberpfalz fortzuschreiben. Gemeinsam mit seinen 16 Landkreisen, rund 350 Städten und Gemeinden sowie zahlreichen touristischen Partnern will der Verband auch künftig die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken und den Tourismus als wichtigen Wirtschafts- und Lebensqualitätsfaktor weiterentwickeln.
©Quelle: TVODrei Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften aus der Oberpfalz
• Thomas Ebeling, Landrat, Landkreis Schwandorf
• Markus Ochsenkühn, Oberbürgermeister, Neumarkt i.d.OPf.
• Paul Roßberger, Bürgermeister, Lam
Drei Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften aus Niederbayern
• Dr. Ronny Raith, Landrat, Landkreis Regen
• Dr. Christian Moser, Oberbürgermeister, Stadt Deggendorf
• Tobias Kurz, Bürgermeister, Gemeinde Bad Füssing
Zwei Vertreter der Industrie- und Handelskammern
(jeweils ein Vertreter der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und der IHK für Niederbayern)
• Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer, IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim
• Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer, IHK Niederbayern in Passau
Zwei Unternehmensvertreter
(jeweils ein Vertreter aus dem Bezirk Oberpfalz und aus dem Bezirk Niederbayern)
• Andreas Brunner, Hotelier, Unternehmensvertreter der Oberpfalz
• Michael Ritzinger, Hotelier, Unternehmensvertreter von Niederbayern
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