
Der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen e.V. baut einen “Ladeatlas E-Busse” für Bayern auf: Jetzt geeignete Standorte unter ebus-ladeatlas.bayern melden.
Die Antriebswende im Busverkehr nimmt spürbar Fahrt auf. Immer mehr Verkehrs- und Reisebusunternehmen investieren in emissionsfreie Fahrzeuge – batterieelektrisch ebenso wie zunehmend auch wasserstoffbetrieben. Gleichzeitig entstehen in Bayern Schritt für Schritt neue Lade- und Betankungsinfrastrukturen.
Damit alternative Antriebe ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es jedoch weit mehr als moderne Fahrzeuge und leistungsfähige Infrastruktur. Es braucht vor allem Transparenz und verlässliche Informationen darüber, wo Busse tatsächlich Energie aufnehmen können und unter welchen Bedingungen dies möglich ist.
Gerade für Reisebusse sowie für überregional eingesetzte Linienbusse fehlen bislang zentrale Informationen darüber, welche Standorte für große Fahrzeuge geeignet sind, welche Lade- oder Betankungstechnik zur Verfügung steht, wie die Zufahrt erfolgt und welche organisatorischen Rahmenbedingungen – etwa Reservierung oder Abrechnung – gelten.
Der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen e.V. (LBO) möchte der Antriebswende deshalb ganz konkret den Weg bereiten.
Mit dem neuen Ladeatlas E-Bus Bayern wird eine digitale, interaktive und speziell auf die Anforderungen von Omnibussen ausgerichtete Plattform geschaffen. Auf einer interaktiven Bayernkarte werden ab sofort öffentlich zugängliche sowie und soweit möglich auch privat nutzbare Lade- und Betankungsstandorte dargestellt. Busunternehmen erhalten damit auf einen Blick wichtige Informationen zu Lade- und Betankungstechnik, Energieart, Leistung beziehungsweise Betankungsdruck, Zugangsmöglichkeiten, Reservierung, Abrechnung sowie zur tatsächlichen Befahrbarkeit für Reise-, Linien-, Gelenk- und Doppelstockbusse.
Von besonderem Interesse sind insbesondere Standorte
• an touristischen Einrichtungen und Ausflugszielen,
• in Städten und Gemeinden,
• entlang wichtiger Verkehrsachsen sowie an Rastanlagen und Autohöfen,
• an Betriebshöfen oder Unternehmensstandorten, sofern eine Mitnutzung grundsätzlich möglich ist.
Neben den technischen Angaben sind vor allem die praktischen Rahmenbedingungen entscheidend: Können Busse den Standort sicher anfahren? Sind ausreichend große Stell-, Rangier- und Wendemöglichkeiten vorhanden? Ist eine Anmeldung oder Reservierung erforderlich? Wie erfolgt die Abrechnung? Welche Aufenthaltsmöglichkeiten bestehen während des Lade- oder Betankungsvorgangs?
Geeignete Standorte können ab sofort über den digitalen Erfassungsbogen unter ebus-ladeatlas.bayern gemeldet werden.
Die Eingabe erfolgt einfach und übersichtlich online. Ergänzend können Bilder der Lade- oder Betankungsinfrastruktur, der Zufahrt sowie der Stell- und Rangierflächen hochgeladen werden. Nach einer Prüfung werden die Angaben im Ladeatlas veröffentlicht.
Je dichter und transparenter das Netz nutzbarer Lade- und Betankungsstandorte wird, desto einfacher können emissionsfreie Busse im Alltag eingesetzt werden – im öffentlichen Personennahverkehr ebenso wie im Gelegenheits- und Reiseverkehr.
Es wird bewusst in Bayern begonnen. Das Ziel reicht jedoch weiter: Wenn sich der Ladeatlas etabliert, soll das Netzwerk Schritt für Schritt auf ganz Deutschland und perspektivisch auch auf weitere europäische Länder ausgeweitet werden. Denn nachhaltige Mobilität endet nicht an Landesgrenzen.
Gemeinsam kann dafür gesorgt werden, dass fehlende Informationen und mangelnde Transparenz nicht länger zum Hindernis der Antriebswende werden.
Quelle: Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen e. V.