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©Quelle: Helena Hnojska

Grenzraum entdecken: Vernetzen, entdecken und gemeinsam gestalten

17. August 2026

Für viele Menschen aus dem Bayerischen Wald ist das nahe Nachbarland Tschechien weiter weg, als man denkt – zu sehr verunsichern die Sprachbarriere und die vermeintlich großen Kulturunterschiede. Völlig zu Unrecht, denn gerade das „Andere“ macht den Reiz eines Besuchs aus und ein Sprachunterschied ist in unserem digitalen Zeitalter längst kein Hindernis mehr.

Um Einheimische und Touristen dabei zu unterstützen, das reizvolle Nachbarland zu entdecken und auch die bayerisch-tschechische Grenzregion als solche aufzuwerten, wurde vor einem Jahr das Interreg-Projekt „Grenzraum entdecken – Naherholung und Geheimtipps“ ins Leben gerufen. Das Projekt wird vom Landkreis Regen als Leadpartner umgesetzt, tschechische Partner sind die Tourismusdestination Pošumaví und die Organisation Úhlava. Gefördert wird das Projekt durch EU-Mittel aus dem Interreg-Programm.

Im Projekt werden verschiedenste Maßnahmen umgesetzt. Bei Workshops und gemeinsamen Veranstaltungen mit Touristikern aus Bayern und Tschechien geht es um den Erfahrungsaustausch, das Kennenlernen der Angebote und Strukturen des jeweiligen Nachbarlandes und um grundlegende Tipps zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Beispielsweise fand eine gemeinsame Exkursion der Touristiker im Landkreis Regen statt, bei welcher nicht nur Ausflugsziele wie der Bienenlehrpfad in Ludwigsthal, das Bauernhausmuseum in Lindberg und Rinchnach mit dem „Museum Rotes Schulhaus“, dem Fledermausskulpturenweg und dem Weißen Schulhaus besucht, sondern auch Erfahrungen der besuchten Einrichtungen mit der Umsetzung grenzüberschreitender Projekte geteilt wurden.

Um auch die Öffentlichkeit für die Vielfalt der bayerisch-tschechischen Mittelgebirgsregion zu begeistern, besuchte man im Rahmen des Projekts im Juni dieses Jahres das Schlossareal Mlázovy, den Aussichtsturm Bolfánek und den Ort Švihov. Dabei wurden auch weitere grenzüberschreitende Projekte vorgestellt: das Interreg-Projekt „Mit Questing auf der Suche nach den Sehenswürdigkeiten der cz-by Grenzregion“ motiviert mit Rätselspielen zum Wandern. Das Projekt „Verschwundene Dörfer“ befasst sich hingegen mit der Geschichte ehemaliger deutscher Siedlungen im Böhmerwald.

Zudem informiert seit Kurzem der WhatsApp-Kanal „Grenzraum entdecken / Objevování příhraničí“ über Veranstaltungen, Ausflugstipps und interessante Neuigkeiten aus der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Der Kanal kann von jedem, der WhatsApp nutzt, abonniert werden.

Eine der größten Maßnahmen des Projekts ist eine interaktive Freizeitkarte vom Grenzgebiet mit bekannten und weniger bekannten Ausflugszielen. Diese soll es Interessierten zusätzlich erleichtern, selbstständig das Nachbarland zu erkunden. Ergänzt wird sie durch einen digitalen Stempelpass, der dazu anregt, weniger bekannte Orte beiderseits der Grenze zu entdecken. Die Karte soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.

Jetzt mitmachen: „Grenzenlose Freizeit – Waidler und Touristen gefragt!“

Eine wichtige Grundlage für die weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und um zukünftige Angebote besser an den tatsächlichen Interessen der Menschen auszurichten, läuft derzeit die Umfrage „Grenzenlose Freizeit – Waidler und Touristen gefragt!“. Dabei werden sowohl Einheimische als auch Gäste nach ihren Interessen, Bedürfnissen und ihrem Freizeitverhalten im Zusammenhang mit der bayerisch-tschechischen Grenzregion befragt. Wer in der Grenzregion lebt, hier Urlaub macht oder die Region regelmäßig besucht, ist herzlich eingeladen, bis Mitte September 2026 daran teilzunehmen. Die Umfrage findet man unter www.landkreis-regen.de/projekt-grenzraum-entdecken.

In den kommenden Monaten werden neben der interaktiven Karte weitere Workshops, Exkursionen und Marketingmaßnahmen vorbereitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die Ergebnisse aller durchgeführten Maßnahmen fließen abschließend in eine gemeinsame Vermarktungsstrategie für die bayerisch-tschechische Grenzregion ein, die gegen Ende des Projekts entstehen wird.



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Autor(in): Tabea Lepšík
tlepsik@kew.landkreis-regen.de

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