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Quelle: Ulrike Eberl-Walter

Neue Studie zum Wirtschafts- und Standortfaktor Tourismus in Ostbayern

22. Oktober 2020 · Allgemein · Presse · Pressemitteilung

Pressemitteilung; 22.10.2020

Tourismusengagement lohnt sich für die Kommunen

Urlaub in OstbayernDer Tourismus in Niederbayern und der Oberpfalz erbringt 2019 einen Bruttoumsatz von 4,78 Milliarden Euro im Vergleich zu 4,38 Milliarden in 2014. Das ergibt die Studie des Instituts dwif aus München, die den Wirtschaftsfaktor Tourismus im Auftrag des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO) aktuell errechnet hat. Durch die Coronakrise entstehen in diesem Jahr aber große Verluste.

„Die aktuellen Zahlen sind gerade jetzt für uns wichtig“, erläutert Dr. Michael Braun, Vorstand des TVO, die Studie, „damit können wir aufzeigen, dass sich Investitionen von Kommunen und Unternehmen in die tourismusbezogene Infrastruktur und touristische Vermarktung lohnen, auch in Zeiten von Corona. Die Branche ist derzeit schwer gebeutelt. Doch wir sehen das langfristig. Tourismus schafft und sichert ortsgebundene Arbeitsplätze und trägt zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur bei. Hiervon profitieren Einheimische und Unternehmen ebenso wie die Gäste. Das Tourismusengagement eines Ortes zahlt sich aus.“

Der ostbayernweiten Studie liegen 21,16 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben, 83,4 Millionen Tagesreisen sowie 9,5 Millionen Übernachtungen bei Verwandten und Bekannten mit den statistischen Zahlen aus dem Jahr 2019 zu Grunde.

Die Studie betrifft die Zeit vor Corona. Von März bis Juli 2020 hat der Tourismus in Niederbayern und der Oberpfalz jedoch einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro zu verkraften, da der Umsatz durch die Coronakrise und den damit verbundenen Einschränkungen ausgefallen ist. „Diese Zahl spiegelt nur einen Ausschnitt der aktuellen Situation wider, führt Braun aus, „die Tourismusbranche ist sehr schwer betroffen. Innerhalb Ostbayerns trifft es die Heilbäder und die Städte Ostbayerns am härtesten. Existenzen stehen auf dem Spiel. Zudem ist die weitere Entwicklung und die Dauer der Coronakrise noch nicht absehbar.“

Zeitvergleich

UNESCO Welterbe RegensburgQuelle: TVO

Die Studie vergleicht die Ergebnisse des Jahre 2019 mit denen des Jahres 2014: Innerhalb von fünf Jahren haben 7,3 Prozent mehr Gäste in Ostbayern übernachtet und der Bruttoumsatz aus den Übernachtungen ist um 12,18 Prozent gestiegen. Der Umsatz aus dem Tagestourismus ist um 5,5 Prozent gestiegen. Zusammen bedeutet das eine Steigerung von 8,99 Prozent. Der touristische Einkommensbeitrag ist um 9,63 Prozent gestiegen. „Dies zeigt, wie stark sich die Tourismusbranche in Ostbayern entwickelt hat. Die Coronakrise versetzt uns einen schweren Hieb und schwächt mit dem touristischen Kern auch alle davon profitierenden Branchen“, so Braun.

Ergebnisse der Studie

Zur Berechnung des Bruttoumsatzes werden in der Studie unterschiedliche Tagesausgaben für die verschiedenen Segmente zu Grunde gelegt. Ein Gast, der in einem gewerblichen Betrieb übernachtet, gibt durchschnittlich 121,60 Euro aus. Bei 16,754 Millionen Aufenthaltstagen sind das 2,04 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 42,7 Prozent des Gesamtumsatzes. Aber auch Tagesreisen erbringen einen großen Beitrag: 79,7 Millionen Aufenthaltstage werden mit 26,90 Euro, 3,7 Millionen Tagesreisen aus Oberösterreich mit 15,90 Euro berechnet und ergeben damit 2,21 Milliarden Euro, was einem Anteil von 45 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Camping, Privatquartiere und Verwanden- bzw. Bekanntenbesuche füllen die Aufenthaltstage auf 114 Millionen und die Umsätze auf 4,78 Milliarden Euro auf.

Nationalpark Bayerischer WaldInteressant ist, dass der Anteil an den gesamten Aufenthaltstagen bei gewerblichen Betrieben 14,7 Prozent ausmacht, dies aber 42,7 Prozent der Umsätze bildet. Somit wird in dieser Sparte die höchste Wertschöpfung erreicht.

Profiteure im Tourismus

Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche. Viele Bereiche haben einen Anteil am Tourismus und profitieren daran: Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister, Zulieferbetriebe, regional Produzierende und Handwerksbetriebe. Der Bruttoumsatz von 4,78 Milliarden Euro verteilt sich mit 46,7 Prozent auf das Gastgewerbe, mit 31,1 Prozent auf den Einzelhandel und mit 22,2 Prozent auf Dienstleistungen.

414,9 Millionen Euro bringt der Tourismus an Mehrwertsteuer und Einkommensteuer für Bund, Länder und Kommunen. Zudem erzeugt Tourismus ein zusätzliches Steuer- und Gebührenaufkommen, etwa Grundsteuer, Gewerbesteuer, Zweitwohnungssteuer, Kurtaxe und Tourismusabgaben. Untersuchungen des dwif zeigen, dass den Kommunen durchschnittlich Steuereinnahmen aus dem Tourismus in einer Größenordnung zwischen einem und weit mehr als drei Prozent der dort realisierten touristischen Nettoumsätze zufließen. Diese betragen in Ostbayern 4,23 Milliarden Euro.

2,36 Millionen Menschen leben in Niederbayern und der Oberpfalz. 73.560 Personen beziehen in Niederbayern und der Oberpfalz ein Primäreinkommen durch den Tourismus. Dieser Wert bezieht sich aber nicht auf die beschäftigten Personen, sondern ist die statistische Zahl der Personen, die pro Kopf und Jahr ein durchschnittliches Einkommen erzielen könnten. Viele Personen leben nur anteilig vom Tourismus wie das Servicepersonal in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Menschen anteilig vom Tourismus leben.

Wirtschaftsfaktor Tourismus

Tourismus ist eine Querschnittsbranche. Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleistende oder Zuliefernde wie regional Produzierende und Handwerksbetriebe. Es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert.

Tourismus ist Umsatzbringer und leistet über Steuereinnahmen einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte.

Als Jobmotor bietet der Tourismus Menschen vieler unterschiedlicher Berufsqualifikationen Einkommensmöglichkeiten, von Saisonarbeitsstellen bis zu Vollzeitstellen. Tourismus schafft ortsnahe Arbeitsplätze.

Tourismus wirkt als Stabilisator oder gar Motor der Regionalentwicklung und stärkt die regionale Standortqualität.

Tourismus erhöht die Attraktivität der Orte.

 

Daten für gesamt Ostbayern:

Aufenthaltstage

83,4 Millionen Tagesreisen

21,2 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben inklusive Gäste in Privatquartieren, Dauercamper und Reisemobilisten

9,5 Millionen Übernachtungen durch Verwandte und Bekannte in den Privatwohnungen der Einheimischen

 

Durchschnittliche Tagesausgaben

121,60 Euro: Gewerbliche Betriebe mit 10 und mehr als 10 Betten, ohne Camping

81,60 Euro: Privatquartieren mit weniger als 10 Betten

39,10 Euro: Touristik und Dauercamping sowie Reisemobilisten

26,90 Euro: Tagesreisen

26,90 Euro: Besuch von Verwandten, Bekannten und Freunden

 

Profiteure des Tourismus

4,78 Milliarden Euro: Gesamtumsätze im Tourismus

2,23 Milliarden Euro: Gastgewerbe

1,49 Milliarden Euro: Einzelhandel

1,06 Milliarden Euro: Dienstleistungen

 

Beschäftigungseffekte durch den Tourismus

73.560 Personen sind Bezieher eines durchschnittlichen Primäreinkommens

 

Steueraufkommen aus dem Tourismus:

rund 415 Millionen Euro

 

Umsatzeinbußen durch Corona von Mai bis Juli 2020:

1,1 Milliarden Euro

 

Tourismusverband Ostbayern e.V.

Im Gewerbepark D 04

93059 Regensburg

www.ostbayern-tourismus.de

 

Titelbild: Morgengymnastik im Kurpark Bad Füssing

 

Ansprechpartnerin für die Presse:

Ulrike Eberl-Walter

Tel. 0941 58539-12; eberl-walter@ostbayern-tourismus.de

Informationen für die Presse:

https://partner.ostbayern-tourismus.de/